Auslandsinvestitionen aus Indien

18.08.2014

Nachdem in Indien ansässigen (natürlichen) Personen nach dem Liberalised Remittance Scheme für Kapitalabflüsse aus Indien zunächst Einschränkungen auferlegt worden waren, indem die jährlichen Limits für Auslandsinvestitionen reduziert wurden und im letzten Jahr das Gesamtlimit für Auslandsdirektinvestitionen durch indische Unternehmen gekürzt wurde, hat die indische Zentralbank, die Reserve Bank of India (RBI), ihre Politik in dieser Hinsicht überprüft und teilweise zurückgenommen. Nachfolgend stellen wir die jüngsten Änderungen vor. Wir hoffen, dass diese Informationen für Sie hilfreich sind.

Da die Reserve Bank of India (RBI) die starke Abwertung der indischen Rupie gegenüber vielen wichtigen Währungen, einschließlich dem US-Dollar, relativ erfolgreich eindämmen konnte, hat die RBI nun beschlossen, ihre Entscheidung vom 14. August 2013, mit der sie bestimmte Maßnahmen zur Beschränkung des Kapitalabflusses aus Indien getroffen hatte, teilweise wieder zurückzunehmen.

Die RBI hatte unter anderem Restriktionen für Finanztransfers durch natürliche Personen gemäß dem Liberalised Remittance Scheme angekündigt. Gemäß diesen Bestimmungen war vor der jüngsten Änderung vom 3. Juni 2014 pro natürlicher Person ein jährlicher Finanztransfer in Höhe von 75.000 US-Dollar im Rahmen von Kapital- und Kontokorrenttransaktionen statthaft, einschließlich der Gründung direkter Gemeinschaftsunternehmen oder Einzelfirmen im Ausland. Mit Rundschreiben vom 3. Juni 2014 wurde dieses Limit nun pro Geschäftsjahr von April bis März pro natürliche Person auf 125.000 US-Dollar angehoben. Sämtliche bis dahin geltenden Verbote hinsichtlich der Mittelnutzung behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Des Weiteren wurde mit Rundschreiben vom 17. Juli 2014 klargestellt, dass in Indien Ansässige Immobilien nunmehr auch außerhalb von Indien im Rahmen des Liberalised Remittance Scheme erwerben können.

Etwa zur selben Zeit im letzten Jahr hat die RBI zudem die Beschränkung für finanzielle Verpflichtungen im Rahmen von ausländischen Direktinvestitionen indischer Unternehmen von 400% auf 100% des Nettowertes des indischen Unternehmens entsprechend der letzten geprüften Bilanz herabgesetzt (mit Ausnahme von bestimmten Mitteln aus Quellen wie ADR/GDR oder externen kommerziellen Krediten).

Am 3. Juli 2014 hat die Reserve Bank beschlossen, die Beschränkung für Finanzverpflichtungen wieder auf 400% heraufzusetzen. Finanzverpflichtungen über 1 (eine) Milliarde US-Dollar (oder ein entsprechender Gegenwert) im Geschäftsjahr bedürfen jedoch der vorherigen Genehmigung der RBI auch dann, wenn sich die Gesamtfinanzverpflichtung innerhalb der zulässigen Grenzen bewegt. Alle sonstigen bisher geltenden Regelungen behalten ihre Gültigkeit.

Es bleibt zu hoffen, dass die RBI weitere Beschränkungen teilweise oder ganz aufheben wird, wenn sich die indische Wirtschaft in den kommenden Monaten weiter stabilisiert.

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Wir danken Sarika Raichur, Senior Consultant for India (External) der Noerr LLP, für ihre wertvollen Beiträge bei der Erstellung dieses Artikels.

Die zur Verfügung gestellten Informationen ersetzen nicht die Rechtsberatung im Einzelfall.