Schoko-Rückruf in 55 Staaten - in der Krise spiegelt sich der Vertriebserfolg wider!

24.02.2016
Auf den ersten Blick ist das selbst für eine hartgesottene Industrielandschaft ein Produktrückruf mit ganz neuen Dimensionen: das US-Familienunternehmen MARS - die Nr. 2 weltweit - ruft in mittlerweile 55 Staaten Millionen von Schokolade-Süßgkeiten verschiedener Konzernmarken zurück. Produziert in den Niederlanden zwischen Januar und Februar 2016 und versehen mit einem MHD bis 8.1.2017, reagiert der Konzern damit nach eigenen Angaben auf den Einzelfund (!) eines Kunstoffteilchens bei einer deutschen Konsumentin; Erstickungsgefahr beim Verschlucken lautet hier der etablierte Risikobegriff, den man immer wieder bei Lebensmittelrückrufen, aber auch aus dem Spielzeugbereich kennt.

Bei Lichte betrachtet zeigt sich hier indes eine zwar gewaltige, aber auch verantwortungsvolle Reaktion eines Unternehmens: Gesundheitsrisiken sind (nicht nur im Bereich Feed & Food) nun einmal keine Marginalien, die man rechtlich problemlos ignorieren könnte. Vielmehr kennt das Produkthaftungsrecht praktisch aller Jurisdiktionen die Erwartungen an den Hersteller, dass Probleme seiner Produkte reziprok zu einer Feldaktion führen. Auch das hoheitlich kontrollierte Lebensmittelrecht hat mittlerweile überall klare Vorgaben für eine Risikobekämpfung ausgelieferter Waren; deshalb übrigens gibt es ja sogar für die Unternehmen eine Meldepflicht solcher Vorkommnisse gegenüber der Behörden, in der EU, in den USA/Kanada und anderswo.

Der gigantische Umfang wiederum ist nur auf den ersten Blick atemberaubend: in Wahrheit zeigt er in der Krisensituation nur spiegelbildlich, wie atemberaubend erfolgreich das Unternehmen Mars eben zuvor auch im internationalen Marketing und Vertrieb war; im Grund holt bei einem Rückruf das Unternehmen sein Erfolg wieder ein.